
Erst nach Koblenz und in die Vulkan-Eifel ...
Anders als bisher üblich, sind bisher Berichte zu den Sonderfahrten nach Koblenz und Dieringhausen ausgeblieben. Das soll nun etwas zusammengefasst nachgeholt werden.

Festung Ehrenbreitstein
Nach Koblenz wollten wir im September mit der 194 158 fahren, damit sie noch eine öffentliche Fahrt zu ihrem 80. Geburtstag bekommen sollte. Es kam anders: Als die Lok schon fahrfertig am Bahnsteig stand, versagte das Zugfunkgerät seinen Dienst und ließ sich leider auch mit Reparaturversuchen nicht mehr reaktivieren. Eine Lösung drängte, wurde aber schnell gefunden: Die von Wartungsarbeiten am Vorabend noch warme V 200 033 wurde geschwind vom Lokschuppen geholt, währenddessen andere Kollegen die 194 wieder vom Zug wegrangierten. Mit einer knappen Stunde Verspätung ging es dann doch noch los.
Die Fahrt verlief zum Glück unaufgeregt durch das Ruhrgebiet und dann linksrheinisch an Köln vorbei den Rhein hinauf. Schönes, aber nicht zu warmes frühherbstliches Wetter machten auch den Aufenthalt im Zug sehr angenehm, so dass hinter Bonn der Rheinblick aus dem Zug immer wieder genossen werden konnte.

Und so war es auf der Vulkaneifel-Bahn (MEH)
In Brohl setzten wir eine Gruppe von Fahrgästen ab, die eine Mitfahrt im Vulkan-Express gebucht hatten und noch rechtzeitig für die Fahrt mit dem Schmalspurzug in die Vulkaneifel nach Engeln in eine ganz andere Landschaft eintraten. In Andernach stiegen ebenfalls noch einige Mitreisende aus, während der übrige Teil die beiden Halte in Koblenz zu Exkursionen in der Stadt, zum Deutschen Eck oder eine Seilbahnfahrt zur Feste Ehrenbreitstein nutzen konnte. Neben Rhein und Mosel hat Koblenz eben eine Vielzahl von Attraktionen zu bieten.
Leider konnten wir die Rückfahrt nicht verschieben, weil sonst in Hamm einige Anschlüsse der Fahrgäste nicht mehr erreicht worden wären. Aber auch so kamen unsere Gäste zufrieden auf den Zug zurück. Hier sprachen sie wie gewohnt den Angeboten des Bistro-Abteils reichlich zu, so dass unsere motivierte Mannschaft hinter der Theke gut zu tun hatten.
So verging auch die Rückfahrt bei schönem Spätsommerlicht am Rhein wie im Fluge, ehe dann ab Oberhausen unsere Fahrgäste den Zug nach und nach mit guter Laune wieder verließen.
Und dann ins Bergische ...
Ja, und zwei Wochen später ging es wieder auf Tour. Anfang Oktober versuchen wir immer eine sonntagsfreundliche Fahrt in die nähere Umgebung zu machen. In diesem Jahr bot sich erstmals seit vier Jahren die Gelegenheit, über die wieder Instand gesetzte Volmetal- und später Aggertalbahn das Eisenbahnmuseum Dieringhausen zu besuchen. Während im Volmetal wenige Tage vor dem Ahrtal bereits Unwetter ganze „Arbeit“ geleistet hatten, waren im Aggertal immer wieder Bauarbeiten für Streckensperrungen verantwortlich.
Tja, und wieder mussten wir uns kurz vor der Fahrt, diesmal einige Tage zuvor, von der geplanten Lokomotive verabschieden, da unsere 212 Störgeräusche am Turbolader machte. Um einen Motorschaden zu vermeiden, musste sie sich von der V 200 033 vertreten lassen, die damit ein zweites Mal als „Aushilfe“ einspringen musste. Diese hatte zwischenzeitlich auch etwas geschwächelt, war aber rechtzeitig wieder fit geworden, ebenso, wie inzwischen wieder auch 212 079.

Bereits unterwegs in Dormund (H: Reike) und Brügge (A. Eberhardt) von den Fotografen erfasst
So ging es Sonntag vormittags von Hamm erst einmal wie gewohnt über Dortmund nach Hagen, ehe wir durch den langen Hagener Goldbergtunnel ins Volmetal gelangten. Dieses bot viele sehenswerte Anblicke aus dem Zugfenster, bis wir Brügge als größeren Bahnhof erreichten. Von hier aus führt eine steile Stichstrecke hinauf nach Lüdenscheid, und früher konnte man auch über Halver bis Wuppertal durchfahren, so dass es – wie der Zielbahnhof Dieringhausen auch - einen kleinen Bahnknoten darstellte. Ein Stück am "anderen Ende" in Wuppertal wird seit diesem Jahr wieder von der rührigen Wupperschiene mit Museumszügen befahren.
Seit zehn Jahren kann man überhaupt wieder Volme aufwärts über Meinerzhagen ins Bergische Land und weiter hinunter nach Dieringhausen und längs der Agger weiter nach Köln reisen. Auch hier bot die Landschaft viele schöne Momente längs der Strecke, die auch von ortskundigen Fotografen bildmäßig umgesetzt wurden.

wenig Platz für die V 200 (B. Walbersloh)
Das Eisenbahnmuseum konnte direkt von unserem Zug angefahren werden, so dass die Fahrgäste unmittelbar am Ziel waren. Dieringhausen zählt zu den nicht so bekannten Museen, hat aber trotzdem eine sehenswerte Sammlung an eigenen Museumsloks, darunter auch mehrere Dampfloks zu bieten. Neben den Museumsfahrzeugen sind hier auch die Loks der Aggertalbahn zu Hause. Dazu wird es auch von Lokomotiven anderer Eisenbahnunternehmen angefahren, wenn diese zur Wartung müssen oder in der Nähe Züge zu fahren haben. In früheren Zeiten, als Dieringhausen noch ein bedeutender regionaler Bahnknoten war, waren hier die Dampf- und Diesellokomotiven für das Oberbergische Land zu Hause gewesen. Berühmte Züge wie der „Bischofszug“ von Köln nach Paderborn, damals über Dieringhausen, Olpe, Finnentrop, Meschede und Brilon, fuhren hier vorbei. Lange ist es her.

eines der Schätze des Museums (MEH)
So verging die Zeit wie im Fluge, während der die Museumsfahrzeuge genau inspiziert und fotografiert wurden, bis wir dann mit Rangierunterstützung der sehr freundlichen und hilfsbereiten Eisenbahnfreunde dort das Betriebswerk wieder verließen.
Dann kam die zweite Überraschung für diese Fahrt: Aufgrund eines Brandes nahe unserer Strecke wurde diese von der Feuerwehr gesperrt, damit war der Rückweg abgeschnitten. Nicht gut. Letztlich entschied die Betriebszentrale der DB, dass wir einen Umweg über Köln fahren sollten. Fahrplanmäßig wäre das aufgrund der Streckenbelegung unmöglich gewesen, jetzt fand man trotzdem eine Lücke für uns. So ging es das schöne Aggertal flussabwärts ohne Halt bis in die Nähe des Köln-Bonner Flughafens und dann an Köln vorbei über Wuppertal bis zu unserem ersten Ausstieg in Hagen. Zwar eine gute Stunde zu spät, aber wieder auf dem richtigen Weg. So erreichten wir dann auch eine Stunde später Hamm, wo wir noch rechtzeitig „vor der Tagesschau“ unser Publikum nach Hause entlassen konnten.

Auf Umwegen in Köln-Deutz (L. Krause)
Soweit in aller Kürze ein Rückblick auf zwei Fahrten, die uns einige Aufregungen, aber auch neue Erlebnisse beschert haben. Wir danken in dem Zusammenhang auch für das Verständnis unserer Fahrgäste, die dieses angesichts der Häufung der spontanen Änderungen an der Zugspitze gezeigt haben. Immerhin ist durch unsere Improvisationsmöglichkeit keiner der letzten drei Züge ausgefallen und sogar nur einmal verspätet abgefahren. Das muss man uns erst einmal nachmachen. Trotzdem können wir auf diesen Nervenkitzel auch gut verzichten.
Inzwischen sind aber alle Lokomotiven wieder bei guter Gesundheit, so dass wir optimistisch auf die letzten Fahrten des Jahres blicken.