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Fristablauf bei V200 033

Irgendwann ist es soweit und nun hat unsere V200 033 ihre maximal mögliche Betriebsdauer von acht Jahren zwischen zwei Hauptuntersuchungen erreicht. Nachdem sie am 14.10.2012 letztmalig wieder mit frischen Fristen in den Betriebsdienst entlassen wurde, ist sie jetzt vorübergehend für die erneute Hauptuntersuchung abgestellt worden, die in den kommenden Monaten durchgeführt werden soll. Vertreten wird sie in der Zeit von 212 079.

Dabei war das vergangene Jahr schon arbeitsreich und aufreibend zugleich: Nachdem im Mai 2019 festgestellt wurde, dass in der Maschinenanlage 2 Kühlwasser in den Motor eindrang, musste diese kurzfristig stillgelegt und ausgebaut werden. Einige Fahrten wurden dann mit halber Kraft, nach Fertigstellung der 212 079 dann auch mit deren Unterstützung durchgeführt, so dass wir das Fahrtenprogramm 2019 gut zu Ende bringen konnten.

Ende August 2020 konnte dann ein Austauschmotor, der erst aufwändig angepasst werden musste, in der Lok in Betrieb genommen werden. Dieser Prozess war leider mit vielen neuen, zeitraubenden Erfahrungen verbunden.

Ein spannender Moment war dann mittags am 27. August, denn nun sollte der erste Startversuch stattfinden: Umlegen des Fahrmotorschalters auf Starten, und nach kurzem Vorschmieren sprang die neue Maschine anstandslos an und brummelte im Leerlauf vor sich hin. Große Erleichterung bei allen Anwesenden, verbunden mit einem großen Dankeschön an Rudi Henning, der als Maybach-Motoren-Fachmann das Projekt betreut hat.

Gerade noch rechtzeitig, denn V200 033 und 212 079 waren für ein deutsch-deutsches Filmprojekt gebucht, wo die V200 einige große Auftritte haben sollte wie Bahnhofsaufnahmen in Nossen und Görlitz sowie Streckenaufnahmen auf der Überführung dorthin. Dabei war sie ganz Interzonenzug-mäßig vor einen Reichsbahnschnellzug gespannt worden. Für die 212 079 war eine Statistenrolle mit einigen Bundesbahn-Wagen am Bahnsteig in der Görlitzer Bahnhofshalle vorgesehen.

Darum brachen die beiden Loks bereits am folgenden Sonntag zu dieser weiten Reise auf, die in der Summe weit über 1.000 Kilometer ausmachte. Eine gute Gelegenheit, den „neuen“ Motor bis Nossen entspannt einfahren zu können, ehe beide Motoren bei der Überführung des Wagenzugs nach und von Görlitz richtig gefordert wurden.

So entstanden zwischendrin einmalige Fotos mit den Loks im Bahnhof Görlitz, dessen Bahnhofshalle bis zum Ende des 2. Weltkriegs einen Zwilling hatte: ausgerechnet auf unserem Hammer Hauptbahnhof gab es eine baugleiche Bahnhofshalle von demselben Architekten.

Hier der Interzonenzug vor der Görlitzer Bahnhofshalle ...

 

... und hier 212 079 mit 60er-Jahre Werbeplakat - die Filmgesellschaft zeigte Sinn für Details (beide Fotos: (C) MEH)

Nachmittags am 12. September waren dann die Loks und ihre Lokführer wieder wohlbehalten in Hamm eingetroffen, was dann ähnlich wie bei den Galliern zwar nicht mit Wildschwein und einem Gelage, aber immerhin einem sehr schmackhaften gemeinsamen Gulaschessen gefeiert wurde.

Nicht unerwähnt bleiben soll auch, dass die Einnahmen aus diesem Einsatz ihren Beitrag geleistet haben, dass wir dieses Jahr ohne eigene Sonderzugfahrten überhaupt überleben konnten, denn auch stehende Züge verursachen Kosten, die bedient werden müssen.

Zum Film sei soviel verraten: Es geht um den unmittelbar bevorstehenden Mauerbau, der einigen Reisenden des Interzonenzugs von München nach Berlin bekannt geworden war. Die Konflikte, die diese Menschen dadurch mit sich austragen – weiterfahren mit allen Konsequenzen, unterwegs im Westen noch den Zug verlassen -, werden in dem Film thematisiert. Gezeigt wird er am 13. August 2021 abends in der ARD unter dem Titel „3,5 Stunden“.


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