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Die Fahrt zum Baldeney-See

Für den 28.07.2018 war eine Fahrt in die nähere Umgebung, zum Baldeney-See nach Essen mit anschließender Bootsfahrt auf dem See geplant. Da der Weg das Ziel ist, haben wir die Gelegenheit zu einer Rundfahrt durch das nördliche und mittlere Ruhrgebiet genutzt, um den Fahrgästen ehemalige und auch aktive Zeugen des Bergbaus nahezubringen. Und davon lagen einige, mehr oder weniger auffällig, am Fahrtweg. Erwähnt seien nur das Bochumer Bergbaumuseum, der Malakowturm der Zeche Unser Fritz in Wanne-Eickel sowie die noch aktive Zeche Prosper mit angeschlossener Kokerei, wo just in dem Moment unserer Vorbeifahrt frisch gedrückter Koks mit einer gewaltigen Dampfwolke abgelöscht wurde.

Michael Dammer hielt das Ereignis im Bilde fest.

Wenige Kilometer weiter hatten wir einen guten Blick auf den Gasometer Oberhausen, seit fast 20 Jahren bekannt als außergewöhnliche Ausstellungshalle mit ebenso außergewöhnlichen Veranstaltungen. Mehrmals wurden auch der Rhein-Herne-Kanal und die Emscher, der wir mehr oder weniger nah ab Holzwickede bis Oberhausen folgten, überquert.

Zwischendurch wurde auch das ehemalige Bahnbetriebswerk Gelsenkirchen-Bismarck passiert, wo die letzten Dampfloks des Ruhrgebiets stationiert waren und heute noch immer die Lok 44 1558 abgestellt ist, die für einige Jahre von den Hammer Eisenbahnfreunden betreut wurde und lange im Bahnbetriebswerk Hamm im schweren Güterzugdienst im Einsatz war.

Eingesetzt haben wir dazu unsere V60 615 und zwei Umbauwagenpärchen und dem unvermeidlichen Generatorwagen Pwghs für die Energieversorgung der Zug-Gastronomie, so dass um kurz nach 8 Uhr letztlich 110 Fahrgäste auf die Reise gingen, die in Hamm, Bönen, Unna und Dortmund-Hörde zustiegen. Nach anfänglich planmäßigem Verlauf kamen wir durch die aktuelle Betriebslage mit unserem Fahrplan ein wenig ins Hintertreffen, was dann durch andere Züge, denen wir dadurch in den Weg gerieten, noch verstärkt wurde. Nicht unerwähnt bleiben soll die von der Zugüberwachung der S-Bahn angeordnete Rangierfahrt mitten durch das Regio-Werk Essen-Waldthausen an den dort abgestellten Triebwagen vorbei, um einer anderen S-Bahn aus dem Weg zu fahren. Werksbesichtigung einmal anders, aber das nächste Mal besser als offizieller Programmpunkt und nicht als Verstärker einer schon vorhandenen Verspätung.

Etwa eine halbe Stunde zu spät erreichten wir deshalb in Essen-Kupferdreh die Hespertalbahn, die uns an der Anschlussweiche im Empfang nahm und gerade noch rechtzeitig zum Endbahnhof Haus Scheppen direkt am Baldeney-See lotste. Dort wartete bereits ein Schiff der Weißen Flotte, auf dem unsere Fahrgäste eine knapp 90-minütige Seerundfahrt genießen konnten.

Nach Rückkehr des Schiffs hatten sie noch einige Zeit, sich in der näheren Umgebung umzusehen und die Ausflugsgastronomie nahe des Schiffsanlegers für einen Imbiss zu nutzen.

Um 16 Uhr ging es dann, geführt durch eine O&K-Lok der Bauart MV9N, zurück nach Kupferdreh, wo wir um 16:40 Uhr wieder auf das Netz der Deutschen Bahn übergingen. Die weitere Route führte das Deilbachtal hinauf über Langenberg und Neviges nach Wuppertal-Vohwinkel. Weiter ging es der Länge nach durch Wuppertal, über Gevelsberg, Hagen und Schwerte über S-Bahn- und Güterzugstrecken nach Dortmund-Hörde, wo wir den ersten Ausstiegshalt hatten. Gleichzeitig wechselte unser Zug die Fahrtrichtung, wozu die V60 über eine weite Rangierfahrt durch den Bahnhof an das andere Zugende wechselte. In Unna und Bönen hatten wir weitere Ausstiegshalte, ehe wir nach gut 12 Stunden Abwesenheit und fast pünktlich wieder in Hamm Pbf eintrafen.

Nach der Rangierfahrt nach Hamm Süd/RLG und Abrüsten und Wegstellen des Zugs ging ein langer Tag um 22 Uhr zu Ende, der für einige der Museumseisenbahner bereits am Vorabend mit einiger Aufregung begonnen hatte. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

 

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