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Ein ereignisreiches Frühjahr 2018

Nach der Winterruhe, in der wir uns schwerpunktmäßig mit der Vorbereitung unseres „Hermanns“, der Lok Hermann Heye, für die Kesselhauptuntersuchung beschäftigten und auch zwei Fahrten nach Cloppenburg und Wernigerode durchführten (letztere im Auftrag von Nostalgiezugreisen), ging es im zweiten Quartal des Jahres richtig „rund“. Im April kam unsere V60 615 nach langer Abwesenheit aus ihrer Hauptuntersuchung zurück, wo sie wieder fit für die nächsten sechs bis acht Jahre gemacht wurde. Die lange Rückfahrt von Brieske an der Oder nach Hamm hat sie mit Bravour gemeistert.

 

Inzwischen hatte sie auch ihre Premiere vor unserem historischen Umbauwagenzug aus den 50er Jahren hinter sich, der in diesem Jahr für insgesamt fünf Fahrtermine von der Ruhrtalbahn gechartert ist und die Lok an jedem Termin zweimal auf dem Weg von Witten nach Wuppertal über die Rampen hoch nach Ennepetal führt. Auch diese Anstrengungen hat sie beim ersten Termin Anfang Juni anstandslos durchgestanden.

 

Ihre Rückkehr kam gerade rechtzeitig, da am 18.06.18 für unsere kleine Deutz, die D52, die von der der Ruhr-Lippe-Eisenbahn stammt und daher bestens auf unserer Kleinbahnstrecke zur Geltung kommt, der Ablauf der achtjährigen Zeitfrist anstand. Damit musste die Lok vorläufig abgestellt werden, bis sie hoffentlich im nächsten Jahr nach einer Hauptuntersuchung wieder in Betrieb gehen kann. Ihr insgesamt guter Zustand sollte dies mit vertretbarem Aufwand möglich werden lassen.

Um dieses Ereignis nicht ganz still geschehen zu lassen, hatten wir frühzeitig für den 17.06.2018 ein Streckenfest auf unserem eigenen Abschnitt von Welver-Ramesohl nach Lippborg-Heintrop mit einem kleinen Bahnhofsfest geplant, wo sie im Stundentakt gemeinsam mit der V60, die damit sich erstmals wieder dem heimischen Publikum präsentieren konnte, mit unseren zweiachsigen Nebenbahnpersonenwagen, den sog. „Donnerbüchsen“, unterwegs war. Zurück in Hamm war dann am Abend erst einmal Dienstschluss für sie und die V60 muss nun ihre Aufgaben übernehmen.

Unterstützt wurden wir auch in diesem Jahr von den Kollegen der Hammer Omnibusfreunde, die am Samstagabend und Sonntagmorgen den Personaltransfer nach und von Hamm durchführten und im Anschluss Fahrgäste von Soest und Hamm nach Lippborg-Heintrop brachten. Der rote Bahnbus war ebenfalls ein Blickfang und ein Beispiel für den Bahnbusverkehr der 80er und 90er Jahre.

Bei diesem Bahnhofsfest konnte die Anlage in Lippborg-Heintrop ihren unverfälschten Kleinbahncharme der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts voll ausspielen. Der Güterschuppen war wieder als Café eingerichtet, wo Kaffee und Kuchen verkauft wurden, der Steg zum Ladegleis war mit einigen Tischen an der frischen Luft ausgestattet, auf dem Bahnsteig wurde gegrillt und in den im Ladegleis abgestellten Wagen des Umbauwagenzugs wurden kalte Getränke ausgeschenkt.

Damit wir am Sonntag gleich starten konnten, wurden viele Vorbereitungen am Güterschuppen und die Überführung der Fahrzeuge bereits am Vortag vorgenommen. Nach einigen Rangiervorgängen stand nachher alles an seinem Platz. Mit einem Grillabend wurde dann dieser arbeitsreiche Tag abgeschlossen.

Unsere Donnerbüchsen haben ebenfalls wieder einen guten Eindruck bei den Fahrgästen hinterlassen, da diese Wagen mit ihren offenen Einstiegsbühnen nun einmal das Symbol für eine gemütliche Kleinbahnfahrt sind.

Abgerundet haben die Veranstaltung die Kollegen von den Schlepperfreunden Dolberg, die mit einigen ihrer Schlepper auf das Gelände gekommen waren. Auch diese Fahrzeuge wurden vom Publikum viel beachtet und bestaunt. Und schließlich spielte auch das Wetter sehr gut mit, das uns den Regen fernhielt und angenehme Temperaturen für den Tag bescherte.

Leider spielte nachmittags aber auch König Fußball, der uns doch einiges an Publikum gekostet hat. Der ein oder andere mag nachher vielleicht bereut haben, sich die Niederlage der deutschen Mannschaft angesehen zu haben und stattdessen nicht besser zur Kleinbahn gegangen zu sein, aber da war es natürlich zu spät.

Insgesamt kann man festhalten, dass sich unsere Mannschaft nach wie vor als zielstrebig und schlagkräftig zeigt, so dass wir zuverlässig alle Anforderungen, wenn auch manchmal mit besonderer Anstrengung, gut erfüllen konnten. Das wird auch immer wieder in Gesprächen mit Fahrgästen und dem übrigen Publikum bestätigt, und letztlich auch durch die relativ zahlreichen Charterbuchungen für Loks und Wagen.

Neben diesen Themen hatten wir Ende April unsere V200 und den Umbauwagenzug für eine große und vielbeachtete Plandampfveranstaltung in Rheinland-Pfalz mit Schwerpunkt auf den von Trier ausgehenden Strecken zur Verfügung gestellt. Dabei wurde unser Zug an allen Tagen ganz überwiegend mit Dampfloks bespannt. Neben der 78 468 der Eisenbahn-Tradition aus Lengerich war u. a. auch 01 202, eine echte Schnellzugdampflok, mit den Wagen unterwegs. Im Anschluss daran haben die Kollegen vom Historischen Dampfzug (HDS/UEF) mit dem Zug eine weitere Fahrt von Stuttgart zur Schwäbischen Alb durchgeführt, wo mit der württembergischen 75 1118 ebenfalls eine sehr attraktive Maschine als Zuglok eingesetzt wurde.

   

Danach haben wir gerade noch rechtzeitig für die bereits erwähnte Charterfahrt für die Ruhrtalbahn den Zug wieder zurückerhalten. Leider war an der V 200 eine Reparatur erforderlich geworden, so dass die Lok bis zu ihrem nächsten Einsatz für HDS, als es auf und über die Schwarzwaldbahn, vorbei an ihrer langjährigen Heimat Villingen, von Stuttgart nach Donaueschingen ging, in Stuttgart verblieb. Seitdem ist auch sie wieder in Hamm zurück.

Ganz am Ende des Beitrags gibt es noch einen kurzen Bericht zur Streckenunterhaltung. Nicht nur in Erwartung der Streckenbesichtigung durch das LEA wurden im Vorgriff bereits einige Maßnahmen zur Erhaltung der Betriebssicherheit durchgeführt, wobei wir von der Fa. Klostermann teilweise unterstützt wurden. Es wurden am Beginn der Strecke 19 Schwellen getauscht, anschließend wurde das Schotterbett wieder hergerichtet. Daneben haben mehrere Freischnitteinsätze stattgefunden, die zum einen die Verkehrssicherheit an den BÜ sicher stellen sollten – Verkehrszeichen, Sichtdreiecke – und zum anderen der Profilfreiheit der Strecke dienten, wobei Strauchwerk, aber auch Astwerk in größerer Höhe entfernt wurde.

Anfang Juli fand dann besagte Begehung und Begutachtung statt, die wir mit geringen Hausaufgaben im Gepäck gut bestanden haben. Es müssen u. a. weitere Schwellen getauscht werden und am Profil muss ebenfalls noch nachgearbeitet werden. Dies soll bis zur Fahrt zur Lippborger Kirmes abgeschlossen sein.

So geht es denn nun in den Sommer, der uns wieder einigen Einsatz abverlangen wird.

 

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